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Dieter Lammer und Patricia Aiyenuro Credit: British Fencing
Dieter Lammer und Patricia Aiyenuro Credit: British Fencing
Fechtsportjugend

Deutscher Fechter-Bund wird Teil der International SwordSeat Family

Ein neuer Baustein für mehr Teilhabe im deutschen Fechtsport ist gelegt: Am 16. Juni 2026 unterzeichneten DFB-Vizepräsident Internationales Dieter Lammer und die Präsidentin von British Fencing, Patricia Aiyenuro, während der Europameisterschaften im französischen Antony die Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Verbänden.

Der SwordSeat ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ob verletzungsbedingt, zeitlich begrenzt, oder langfristig, einen zusätzlichen einfachen Zugang zum Fechten. Dabei bietet das System bei weitem nicht nur neue Chancen für den Einstieg in das Rollstuhlfechten. Philipp Gorray, DFB-Vizepräsident Breitensport, sieht darin zugleich großes Potenzial für den Bereich „Sport der Älteren“ und für alle, die aus weiteren Gründen nicht mehr ganz so fit auf den Füßen sind. Damit wird das Fechten weiteren Gesellschaftschichten eröffnet und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Fechtsport weiter vorangetrieben. 

„Mit dem Swordseat können wir gleich mehrere wichtige Bereiche der Sportentwicklung miteinander verbinden. Wir erleichtern und sensibilisieren den Einstieg in das Rollstuhlfechten und schaffen gleichzeitig ein niedrigschwelliges Angebot für ältere Menschen, die weiterhin oder erstmals fechten möchten. Entscheidend ist, dass das System unkompliziert in den Vereinen eingesetzt werden kann“, erklärt Philipp Gorray.

Vorbereitet wurde das Projekt gemeinsam mit der Deutschen Fechtsportjugend und dem Fachbereich Rollstuhlfechten im Dt. Rollstuhl-Sportverband. Ein wesentlicher Vorteil des Swordseats liegt in seiner praktischen Konstruktion: Das Gestell lässt sich leicht verstauen und transportieren. Die Herstellungskosten für ein vollständiges System liegen derzeit bei etwa 400 bis 500 Euro.

Um möglichst vielen Vereinen den Zugang zu ermöglichen, prüft der Deutsche Fechter-Bund aktuell Fördermöglichkeiten über Bundesprogramme. Ziel ist es, die Herstellungskosten künftig bezuschussen und die finanzielle Belastung für interessierte Vereine deutlich reduzieren zu können.

„Viele Fechtvereine interessieren sich für das paralympische Rollstuhlfechten, würden gerne Einstiegsangebote verwirklichen, werden bislang aber durch hohe Anschaffungskosten, fehlende Ausstattung oder Unsicherheiten bei der Umsetzung ausgebremst. Der Swordseat kann diese Einstiegshürde erheblich senken. Vereine können erste Angebote schaffen, Erfahrungen sammeln und Berührungsängste abbauen. So entsteht nicht nur Zugang, sondern auch Akzeptanz. Ein weiterer großer Schritt in der Zusammenarbeit zwischen olmpischen und paralympischen Fechten, um für ALLE Fechten zur ermöglichen. Dafür ein herzliches Danke an den DFB“, sagt Lars Pickardt, Leiter des Fachbereiches Rollstuhlfechten. 

Auch DFB-Präsident Benjamin Denzer sieht in der Kooperation ein wichtiges Signal für die zukünftige Entwicklung des Verbandes:

„Fechten soll für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig von Alter oder körperlichen Voraussetzungen. Mit dem Swordseat übersetzen wir diesen Anspruch in ein konkretes und für unsere Vereine umsetzbares Angebot. Die Kooperation zeigt, dass internationale Zusammenarbeit, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam neue Möglichkeiten für unseren Sport schaffen können.“ 

Bevor die ersten Swordseats in Deutschland eingesetzt werden können, sind noch einige Vorbereitungen notwendig. Aktuell werden die Unterlagen und Dokumente ins Deutsche übersetzt. Parallel dazu werden die organisatorischen Voraussetzungen, mögliche Förderwege und erste Einsatzmöglichkeiten vorbereitet. Neben Deutschland sind auch die USA und Frankreich der SwordSeat-Familie von Großbritannien beigetreten.

Die Vereinbarung ist unterzeichnet. Die nächsten Schritte sind eingeleitet. Und schon bald soll es auch in deutschen Fechtvereinen heißen: Platz nehmen, Maske auf – und En Garde!

Ein kleines Einstiegsvideo