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Fotos: privat
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• Rollstuhlfechten

Erfolgreiche EM im Rollstuhlfechten

Bei den Europameisterschaften in Cardiff (Wales) konnten die deutschen Fechterinnen und Fechter insgesamt vier Medaillen holen.

Erster Tag, erste Medaille 

Im Herrendegen Kategorie A war Maurice Schmidt (SV Böblingen, aufgrund seiner sehr guten Weltranglistenposition von der Vorrunde befreit. Clemens Cursiefen (SV Böblingen) konnte in Vorrunde drei Gefechte gewinnen. Felix Schrader, ebenfalls vom SV Böblingen, gewann zwei Gefechte in der Vorrunde. Im 32er Tableau, hatte Maurice Schmidt ebenfalls ein Freilos. Clemens Cursiefen musste sich im 32er Tableau dem Italiener Eduardo Giordan mit 4:15 geschlagen geben. Auch Felix Schrader unterlag seinem Gegner, dem Spanier Fernandez Garrido, mit 13:15.
Maurice startete anschließend erfolgreich ins Achtelfinale und bezwang den Polen Ziomek mit 15:12. Im Viertelfinale wartete der starke Italiener Emanuele Lambertini, den Maurice souverän mit 15:11 besiegte. Im Halbfinale traf Maurice auf den unter neutralen Flagge startenden Athleten Vadim Shenfeld. Trotz starker Gegenwehr musste sich Maurice am Ende mit 11:15 geschlagen geben und gewann verdient die erste Bronze Medaille. Für ihn war das ein wichtiges Etappenziel beim ersten Qualifikationsturnier auf dem Weg zu den Paralympics 2028 in Los Angeles.

In der Kategorie B startete Balwinder Cheema (TUS Makkabi Rostock) mit vier Siegen in der Vorrunde, gefolgt von Dimitrij Rout (TUS Makkabi Rostock) mit drei Siegen in der Vorrunde. Unter den besten 32 setzte sich Balwinder Cheema souverän mit 15:5 gegen den Israeli Kuritskii durch. Dimitrij Rout gewann sein Gefecht gegen den Letten Satrevics mit 15:10. Im Achtelfinale lieferte sich Balwinder, ein spannendes Gefecht, mit dem Ukrainer Oleg Naumenko und setzte sich am Ende, mit 15:14 durch. Dimitrij unterlag dem starken Letten Garkuls-Gurevics und belegte damit einen starken 16. Platz. Im Viertelfinale musste sich Balwinder anschließend dem starken Briten Coutya mit 9:15 geschlagen geben und belegt einen sehr starken 8. Platz. Tim Widmaier (SV Böblingen), konnte leider in der Vorrunde kein Gefecht gewinnen und belegte am Ende, den 26. Platz. Auch Leonie Robinson (Fechtclub München), musste sich im Damenflorett, der Kategorie A, in ihren Vorrundengefechten geschlagen geben.

Ergebnisse:

Herrendegen Kategorie A
3. Platz Maurice Schmidt
18. Platz Clemens Cursiefen
22. Platz Felix Schrader

Herrendegen Kategorie B 
8. Platz Balwinder Cheema
16. Platz Dimitrij Rout
26. Platz Tim Widmaier

Damenflorett Kategorie A
17. Platz Leonie Robinson

Zweiter Tag, zweite Medaille!

Am zweiten Tag ging es für das Herrendegen Team um Balwinder Cheema (TUS Makkabi Rostock), Dimitrij Rout (TUS Makkabi Rostock), Maurice Schmidt (SV Böblingen) und Felix Schrader (SV Böblingen) in den Wettkampf. Im ersten Gefecht folgte ein souveräner Sieg gegen das Team aus Großbritannien. Im Halbfinale gingen die vier selbstbewusst ins Gefecht und konnten sich in den ersten Gefechten eine Führung erarbeiten. Am Ende setzten sich jedoch die Franzosen durch. Im Gefecht um Platz 3, ließen die Jungs dann nichts anbrennen. Zu Beginn noch ausgeglichen, konnten sie sich durch eine starke Taktik und das gute Zusammenspiel im Team am Ende souverän gegen Polen durchsetzen und gewannen die Bronzemedaille!

Dritte Bronzemedaille für das Deutsche Team

Im Herrensäbel Kategorie A waren Maurice Schmidt (SV Böblingen) und Julius Haupt (FC Tauberbischofsheim) aufgrund ihrer sehr guten Weltranglistenpositionen von den Vorrunden befreit und erhielten im 32er Tableau ein Freilos. Maurice Schmidt startete souverän in den Direktausscheid und gewann sein Achtelfinale gegen den Polen Siatkowski deutlich. Auch im anschließenden Gefecht gegen dessen Landsmann Ziomek ließ er nichts anbrennen und zog verdient ins Halbfinale ein. Der starke Ungar, Richard Osvath wartete im Halbfinale auf Maurice. Dieses Gefecht entwickelte sich zu einem echten Nervenkrimi. Maurice führte bereits 10:3, doch sein Gegner stellte sich taktisch geschickt um und drehte das Gefecht. Am Ende musste sich Maurice denkbar knapp mit 14:15 geschlagen geben und belohnte sich mit seiner dritten Bronzemedaille.
Für Julius Haupt (FC Tauberbischofsheim), verlief der Wettkampf weniger glücklich. Nach einem schwierigen Start im Achtelfinale, musste er sich dem Briten Oliver Lam Watson in einem bis zuletzt ausgeglichenen Gefecht knapp geschlagen geben und belegte am Ende den 11. Platz.
Felix Schrader (SV Böblingen) gewann in der Vorrunde drei Gefechte und traf anschließend auf den mehrfachen britischen Paralympics Medaillengewinner Piers Gilliver. In einem spannenden und hart umkämpften Gefecht unterlag Felix denkbar knapp mit 14:15 und belegte damit den 17. Platz.

In der Kategorie B starteten Dimitrij Rout (TUS Makkabi Rostock) und Balwinder Cheema (TUS Makkabi Rostock) im Herrensäbel. Dimitrij Rout gewann drei Gefechte in der Vorrunde und Balwinder Cheema konnte zwei Siege verbuchen. Im 32er Direktausscheid hatte Dimitrij zunächst ein Freilos. Balwinder setzte sich souverän mit 15:6 gegen Zimnitski durch. Im Achtelfinale war für Beide anschließend Endstation. Dimitrij unterlag dem Ukrainer Serozhenko, während Balwinder sich dem Polen Castro geschlagen geben musste. Dimitrij belegt damit den 12. Platz, Balwinder erreichte Rang 15.

Leonie gewann im Damendegen der Kategorie A ein Gefecht in der Vorrunde und qualifizierte sich für den Direktausscheid der besten 16. Dort traf sie auf die starke Französin Delavoipiere, der sie sich geschlagen geben musste und beendete am Ende den Wettkampf auf dem 13. Platz.

Ergebnisse

Herrensäbel Kategorie A
3. Platz Maurice Schmidt
11. Platz Julius Haupt
17. Platz Felix Schrader

Herrensäbel Kategorie B
12. Platz Dimitrij Rout
15. Platz Balwinder Cheema

Damendegen Kategorie A
13. Platz Leonie Robinson

 Starker Abschluss der Einzelwettbewerbe

Am letzten Tag der Einzelwettbewerbe konnten unsere Fechter noch einmal mit starken Leistungen überzeugen. Julius startete erneut ohne Vorrunde direkt in den Direktausscheid. Im 32er Tableau ließ er dem Ungarn Sandor Bujdoso mit 15:2 keine Chance. Anschließend lieferte er sich ein intensives Gefecht mit dem Ukrainer Zakusylov, das er ebenfalls verdient mit 15:11 für sich entschied. Im Viertelfinale traf Julius auf den späteren Europameister Lambertini aus Italien. Hier musste er sich geschlagen geben, kann aber auf einen hervorragenden 7. Platz im Herrenflorett der Kategorie A stolz sein!
Auch Clemens zeigte heute eine starke Leistung. Bereits in der Vorrunde konnte er 2 Gefechte gewinnen. Im 32er Direktausscheid setzte er sich anschließend mit 15:9 gegen den Polen Norbert Calka durch. Danach wartete mit dem Franzosen Damien Tokatlian ein taktisch starker und kräftezehrender Gegner. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von 4:8 kämpfte sich Clemens eindrucksvoll zurück und holte auf 10:10 auf. Am Ende musste er sich dennoch knapp geschlagen geben. Mit einem starken 16. Platz rundete den erfolgreichen Auftritt im Herrenflorett der Kategorie A ab!

Balwinder gewann ein Gefecht in der Vorrunde Herrenflorett Kategorie B. Im Direktausscheid setzte er seinen französischen Gegner ordentlich unter Druck, musste sich jedoch am Ende mit 9:15 geschlagen geben. Er belegt einen guten 13. Platz. Tim beendet den Wettbewerb auf dem 18. Platz.

Leonie musste sich in der Vorrunde ihren Gegnerinnen geschlagen geben. Im Direktausscheid sie schließlich der Polin Drodz und erreicht damit den 16. Platz in der Kategorie A.

Ergebnisse

Herrenflorett Kategorie A
7. Platz Julius Haupt
16. Platz Clemens Cursiefen

Herrenflorett Kategorie B
13. Platz Balwinder Cheema
18. Platz Tim Widmaier

Damensäbel Kategorie A
16. Platz Leonie Robinson

Vierte Bronzemedaille in Cardiff

Das Herrenflorett Senioren Team in der Besetzung Balwinder Cheema, Julius Haupt, Clemens Cursiefen und Felix Schrader war vom Viertelfinale befreit und traf im Halbfinale auf Hammergegner und späteren Sieger Frankreich. Viele kleine Fehler auf Seiten des Deutschen Teams verhalfen Frankreich sehr früh zu einer hohen Führung, die hinten raus nicht mehr aufzuholen war. Das französische Team siegte deutlich über Deutschland mit 20:30. Offensichtlich wach gerüttelt und motivierter denn je, ging nach klaren Ansagen von Cheftrainer Alexander Bondar, Betreuerin Anne Haupt und Disziplin-Bundestrainer Markus Hartmann das Deutsche Team in die mentale Vorbereitung für das Gefecht um Platz 3 gegen Polen. Nach kurzer Führung lief das deutsche Team einem recht hohen Rückstand hinterher. Das vorletzte Gefecht sollte alles, was vorher passiert war, nachhaltig verändern! Clemens Cursiefen wurde zum Game Changer. Im vorletzten Gefecht drehte Clemens einen 14:20 Rückstand gegen Norbert Calka zu einer 25:21 Führung. Der Tauberbischofsheimer Julius Haupt übernahm diese Führung und beendet das letzte Gefecht gnadenlos mit einem 5:2 gegen Michal Nalewajek. Das Deutsche Team gewann damit sehr überraschend gegen Polen mit 30:23 und sicherte sich die mehr als verdiente Bronzemedaille.

Das Resümee des Bundestrainers fällt überwiegend positiv aus und er fügt hinzu, dass dies wohl die erfolgreichste Europameisterschaft im Rollstuhlfechten seit 1998 war.

 

Text: Markus Hartmann