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Fotos: Jan von Uxkull-Gyllenband 
Fotos: Jan von Uxkull-Gyllenband 

Erfolgreiche Einzel-DM in Berlin: Spannung pur ab dem ersten Treffer

Aufgrund einer Neuausrichtung haben am vergangenen Wochenende alle Einzelentscheidungen der Deutschen Meisterschaften erstmals an einem zentralen Ort mit Spannung vom ersten Gefecht an stattgefunden. Die neue Gesamt-Konzeption stieß bei en teilnehmenden Athlet*innen und Verantwortlichen in Berlin auf großen Anklang. Der Berliner Landesverband als Ausrichter erhielt ein großes Lob. Die zahlreichen Zuschauer sahen nationales Spitzenfechten in einer historischen Wettkampfstätte.

Die hochklassigen Halbfinals- und Finals fanden am Sonntag vor toller Kulisse in der historisch bedeutsamen Wettkampstätte, dem Kuppelsaal im Haus des Deutschen Sports auf dem Berliner Olympiagelände, statt. Hier wurden vor 90 Jahren bereits die olympischen Finalwettkämpfe im Fechten ausgetragen. Durch den historischen Ort, der erstklassigen Aufmachung der Finalbahn und hochspannenden Gefechten entstand ein einzigartiger Tag für den Deutschen Fechtsport, an dem unter anderem die gebürtige Berlinerin Carlotta Sophie Morandi vom FC Tauberbischofsheim ihrer Favoritenrolle gerecht wurde und den Titel im Damenflorett sicherte. 

Mit Larissa Eifler und Frederic Kindler gelang unter anderem zwei Nationalfechtern die Titelverteidigung unter großen Emotionen. Einen ebenso spannenden, aber durchaus überraschenden Ausgang hatte das Finale im Herrendegen. Henrik Kreysch vom Dresdner FC setzte sich in einem hochdramatischen Gefecht mit 15:14 gegen Matthew Bülau (Heidenheimer SB) durch und krönte sich zum Deutschen Meister. Fiona Müller sorgte derweil bei den Degen-Damen für eine Überraschung. Luis Klein (FC Tauberbischofsheim) siegte erstmals im Herren-Florett. (Eine Sieger-Übersicht finden Sie hier)

“Der Kuppelsaal ist die Beletage des deutschen Fechtens. Zuschauer, Unterstützer und insbesondere die Aktiven haben das besondere Flair sehr genossen”, resümierte DFB-Präsident Benjamin Denzer am Ende der Wettkämpfe. Der Verband hatte es sich zum Ziel gesetzt, einmal im Jahr all seine besten Fechter unter professionellen Bedingungen in einem sehenswerten Setting unter großer Spannung zu präsentieren.

Nach ausgiebiger Planung fanden zum ersten Mal alle Einzelentscheidungen gemeinsam an einem Wochenende statt. Die Vorkämpfe wurden dabei am Samstag im ebenfalls auf dem Olympiagelände gelegenen Horst-Korber-Sportzentrum ausgetragen - ohne Vorrunde direkt in hochspannenden K.o.-Gefechten. Ab der Runde der besten 32 wurden die Kämpfe vor einer großen Sponsorenwand präsentiert.  

Sportdirektor Kirch: “Unglaubliche Spannung”

“Unser Plan, alle Waffen an einem Standort zu präsentieren und mit der sofortigen Direkt-Ausscheidung umgehend für Spannung zu sorgen, hat sich zu 100 Prozent als richtige Entscheidung erwiesen”, sagte DFB-Sportdirektor Tobias Kirch. Die Spannung sei von Beginn an zu spüren gewesen, so Kirch. “Die Athlet*innen haben Gefechte auf hohem Niveau präsentiert und sich sichtlich wohl gefühlt unter diesen hervorragenden Bedingungen und in einer fantastischen Atmosphäre. Diese Veranstaltung bestätigt unsere Zuversicht, den Weg der Professionalisierung weiter konsequent fortzuführen.”

Die Alte und neue Deutsche Meisterin im Damen-Säbel, Larissa Eifler sagte über das neue Format: “Diese Idee ist echt cool, um dem Fechten als Gesamtes größere Aufmerksamkeit zu schenken.” Sie selbst sei mit ihrer Leistung “ziemlich" zufrieden. 

Eifler zwischen DM-Titel und EM-Fokus

“Ich habe alle Gefechte recht souverän gewonnen und bin gerade echt gut in Form. Jetzt gilt es, dass wir uns weiter bestmöglich auf die EM in zwei Wochen vorbereiten. Da möchte ich an meine letzten internationalen Leistungen anknüpfen.” Für Eifler und ihre Kolleginnen ging bereits der Flug zur finalen EM-Vorbereitung in Budapest.

Athletensprecher Leon Schlaffer spürte internationales Wettkampf-Flair: “Wir hatten eine Final-Umgebung wie bei einem Weltcup oder Grand Prix. Das war richtig, richtig cool mit der Finalbahn, den Zuschauern und die Halle war insgesamt sehr professionell aufbereitet.”

Für Schlaffer sei die Vereinigung aller drei Waffen an einem Ort ein wichtiger Schritt. “Das stärkt die Fecht-Gemeinschaft und unser Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir können dadurch voneinander profitieren und gemeinsam den Wettkampfcharakter nach außen präsentieren.”

DFB-Präsident Denzer führte derweil fort: “Dem ausrichtenden Berliner Landesverband sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gilt der große Dank des gesamten DFB.” Die Organisatoren vor Ort hätten mit der Bewerbung und Durchführung dieses über zwei Tage veranstalteten nationalen Großereignis Mut, Tatkraft, Organisationstalent und ein großes Fechterherz unter Beweis gestellt. 

DFB-Präsident Denzer: Lob für Landesverband und Dank an Unterstützer und Sponsoren

In zahlreichen Gesprächen mit Sportlerinnen und Sportlern, Trainern, den Wettkampfmanagern, Kampfrichtern sowie Verbands- und Vereinsvertretern habe sich das Präsidium persönliche Eindrücke über das neue Format verschaffen können. “Die weltoffene Metropole Berlin ist an diesem Wochenende zur Bundesfecht-Hauptstadt geworden. Dies war nur möglich dank der großen Unterstützung des Berliner Senats und des hiesigen Landesparlamentes. Allen politischen Entscheidungsträgern als auch unseren DFB-Partnern Allstar und Uhlmann sowie der Sportmetropole Berlin gilt daher unser allerherzlichster Dank”, so Denzer.

Der Präsident betonte überdies, dass Fechten als traditionsreiche olympische Kerndisziplin stets offen sein müsse für neue Wege mit Blick auf Wettkampfformate- und Modi. “Wir alle möchten sicherstellen, dass Fechten noch populärer wird und sich auch zukünftig im Konzert der olympischen Sportarten behauptet. Der DFB und sein Präsidium fühlen sich diesem Ziel verpflichtet. Mit diesen Deutschen Einzelmeisterschaften wurde auf und neben der Bahn ein erster und wichtiger Ausfallschritt für die Zukunft des Deutschen Fechtens  unternommen", so Denzer.

Ferner betonte Denzer: “Gleichzeitig bleibt unser Verband sowohl intern als auch extern offen und gesprächsbereit mit dem gemeinsamen Ziel, über Neuerungen und Synergieeffekte eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung für den Fechtsport zu erzielen.”

Sportdirektor Kirch blickte zudem voraus: “Unser voller Fokus liegt nun auf den beiden Saisonhöhepunkten, den Europameisterschaften im französischen Antony Mitte Juni sowie den Weltmeisterschaften in Hongkong Ende Juli.”