Chris Weber, im Alltag hauptverantwortlich für die U17-Nationalmannschaft und Bundesstützpunkttrainer im Nachwuchsbereich Florett, war kurzfristig für den erkrankten Bundestrainer André Sanita mit nach Italien gereist und sah am Montag eine bemerkenswerte Teamleistung des DFB-Quartetts um Bastian Kappus, Niklas Diestelkamp, Linus Schulz und Henrik Barby, die sich nach einem tollen Wettkampf im Team die Bronzemedaille sicherten. (Lesen Sie hier mehr)
Vor allem das Teamgefecht um Bronze am Ende eines langen Tages imponierte Weber: “Da waren alle Jungs von Beginn an bereit, nochmals vollen Einsatz zu geben. Wir sind daher schnell und deutlich in Führung gegangen”, erklärte er am Morgen danach im Gespräch mit fechten.org kurz vor der Rückreise in die Heimat. Die Konzentration sei während aller Gefechte hochgehalten worden. “Das Team hat den Polen nie die Möglichkeit gegeben, wieder näher ranzukommen”, resümierte der Trainer das deutliche 45:22.
Die Niederlage im Halbfinale gegen Frankreich zuvor stufte Weber realistisch ein. “Sie haben ja ebenfalls im Einzel die Plätze eins, zwei und drei belegt, was für sich spricht. Um gegen diese Spitzenkräfte mitzuhalten, müssen wir individuell nochmals zulegen.”
Insgesamt war Weber aber sehr zufrieden: “Der Teamzusammenhalt war super. Das Team hat sich gegenseitig extrem supportet und gepusht. Kleinere Hürden konnten so gut gelöst werden.”
Im europäischen Spitzenbereich habe das Florett-Team laut Weber klar gezeigt, dass es bei der EM auf das Podest gehört. “Wir werden natürlich weiter hart daran arbeiten, das Ergebnis zu bestätigen und die nächsten Schritte zu gehen mit diesen jungen Athleten.”
DB-Präsident Benjamin Denzer erklärte am Tag nach der Medaille hocherfreut: “Unser Florett-Team hat mit starkem Teamgeist und fechterischer Finesse eine bärenstarke Leistung abgeliefert. Diese Bronzemedaille macht deutlich, welch großes Potential in dieser Disziplin steckt.”
Mit dieser Energieleistung habe das Team die ganze Delegation angespornt und mitgenommen. “Ich bedanke mich bei der gesamten Delegation für die großartige Unterstützung während des Wettkampftages.” Darüber hinaus gelte der Dank allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, erklärte der DFB-Präsident. Insbesondere Chris Weber, den beteiligten Heimatvereinen- und Trainern sowie dem familiären Freundeskreis und Unterstützerumfeld.
“Und auch der Bundeswehr als Arbeitgeber und Unterstützer. Ohne diese gemeinsame Teamleistung und Unterstützung im Hintergrund wäre solch ein Erfolg nicht möglich. Fecht-Deutschland kann stolz sein auf unser Herrenflorett-Team”, sagte Denzer.